Home » Industrie 4.0 » Edge-Computing wird zum Rückgrat der Industrie 4.0
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Edge-Computing stellt immer öfter lokale Rechen- und Speicherleistungen für Industrie 4.0-Anwendungen bereit. Auch österreichische Unternehmen sollten jetzt auf diesen Zug aufspringen, rät Andreas Hajek, Verkaufsleiter IT-Infrastruktur der Rittal GmbH.

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Andreas Hajek

Verkaufsleiter IT-Infrastruktur, Rittal GmbH

Wie hat sich die Rolle der IT in den letzten Jahren verändert?

Die Rolle der IT wird immer wichtiger und zunehmend Teil des Kerngeschäfts. Fällt sie aus, heißt das heute nicht mehr nur, dass man gerade keine E-Mail empfangen kann, sondern oft, dass die gesamte Produktion stillsteht. Maschinen sind zwar schon lange computergestützt, aber nicht vernetzt. Offene Architekturen haben dazu geführt, dass diese autarken Inseln in der Fertigungshalle nun vernetzt sind und Unmengen von Daten produzieren. Verfügt man über die richtige Infrastruktur, diese auszuwerten, können sie Innovationsprozesse anstoßen und Wertschöpfung erzeugen. Etwa durch vorausschauende Wartung, die es erlaubt, Verschleißteile besser zu nutzen, Wartungsarbeiten exakter zu planen, die Produktionsprozesse zu optimieren und gleichzeitig Ausfallzeiten zu reduzieren.

Ist die Cloud nach wie vor die Zukunft?

Die technologische Entwicklung pendelt immer zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung von Infrastrukturen. Die Anfänge mit Großrechenanlagen waren stark zentralisiert, mit den Workstations wanderte man dann in Richtung Peripherie. Mit Cloud kam es erneut zu einer starken Zentralisierung. Mit Edge-Computing schlägt das Pendel nun wieder in Richtung Dezentralisierung aus. Das bedeutet, dass man Rechenleistung und Speicherkapazitäten an die Kanten der Netzwerke verlagert und direkt an den Produktionsstandorten bereitstellt. In sechs Jahren werden rund drei Viertel aller gespeicherten Daten in Edge-Lösungen liegen.

Was steckt hinter der Entwicklung hin zu Edge-Computing?

Ein Grund dafür liegt im technologischen Fortschritt von IT-Anlagen. Leistungsfähige Rechenzentren lassen sich bereits in einem Rack oder Container problemlos unterbringen. Ein anderer Grund liegt in der Rückständigkeit der WAN-Netzwerkinfrastruktur und den fehlenden Bandbreiten. In modernen Fertigungsanlagen fallen enorme Datenmengen an. In unserer modernste Fertigungshalle allein sind das jeden Tag 11 Terrabyte. Eine rasche Übermittlung dieser Daten in die Cloud ist in Regionen abseits der großen Metropolen nicht möglich und selbst dort oft nicht schnell genug.

Welche Rolle spielt Datensicherheit bei diesem Trend?

Viele KMU sind „hidden Champions“. und in einer Nische extrem erfolgreich, weil sie einzigartige Lösungen entwickelt haben. Gelangen Unbefugte in den Besitz dieses geistigen Eigentums, ist das für ein KMU existenzbedrohend. Die Skepsis, intellektuelles Eigentum oder auch Betriebsdaten sicher vor dem Zugriff Dritter durch das Internet senden und in den Clouds amerikanischer Anbieter speichern zu können, ist mittlerweile sehr groß. Viele Unternehmen verzichten darum auf Cloud-Lösungen und setzen auf Edge-Computing. Also darauf, Daten dort zu verarbeiten und zu speichern, wo man sie im Blick hat – nämlich am eigenen Werksgelände.

Gibt es auch Formen der Kombination?

In vielen Szenarien ergänzen sich Edge- und Cloud-Computing. Edge sortiert Daten vor, reduziert so die Datenmengen und sendet sie dann an eine Cloud, wo sie weiterverarbeitet werden. Da viele unserer KundInnen Bedenken gegenüber US-Anbietern haben, sind wir an der „German Edge Cloud“ beteiligt. Sie bietet private Edge-Cloud-Infrastrukturen, Plattformen für Datenanalyse und industriespezifische Applikationen. Die Software ist Open-Source-basierend und die Server stehen in Deutschland, um zu gewährleisten, dass europäische Datenschutzstandards lückenlos erfüllt werden und die Daten auch wirklich sicher sind.

Wie sieht eine Edge-Lösung aus?

Wir setzen auf spezialisierte, modulare Systeme, die in Racks oder in Containern untergebracht werden können. Für diese gelten alle Standards, die auch für Rechenzentren gelten. Das Konzept ist sowohl bei Racks – wir nennen sie Micro-Datacenter – als auch bei Containern darauf ausgerichtet, einen reibungslosen, sicheren und energieeffizienten Betrieb zu gewährleisten. Das heißt, sie erlauben externes Monitoring, verfügen über Brandmeldeanlagen, Klimatisierung, optimierte Stromversorgung und Staubdichtheit. Die Container sind dabei so konzipiert, dass sie auch im Freien oder in einer Werkshalle problemlos betrieben werden können. Unsere Produkte bieten wir als standardisierte Bausteine an, die als schlüsselfertige Lösungen an den Kunden geliefert werden. Durch den modularen Aufbau sind Speicher- und Rechenkapazitäten problemlos skalierbar und können so mit den Aufgaben mitwachsen. Unsere Racks kommen mit 1,2 Quadratmetern Standfläche aus und können problemlos die gesamte Infrastruktur eines mittelständischen Unternehmens samt Servern, Storage und Netzwerkbus zur Telefonanlage bereitstellen. Das schafft Platz für andere Flächennutzungen.

Wie sind KMU in Österreich in puncto IT-Infrastruktur aufgestellt?

Sowohl bei der Infrastruktur als auch beim Know-how hinken viele Unternehmen hinterher. Das Rechenzentrum ist häufig nicht mehr als eine „Besenkammer“. Kühlung, Brandschutz und Zutrittskontrollen sucht man oft vergebens. Die Komponenten sind vielmals alt, fehleranfällig und nicht skalierbar. Mittlerweile setzt aber ein Umdenken ein. Gerade in kleinen Unternehmen gibt es aber oft nur eine Person die, häufig nebenbei, für IT zuständig ist. Da bleibt dann keine Zeit, sich mit der eigenen Infrastruktur zu beschäftigen. Nicht selten fehlt auch das Wissen, um technische Neuerungen und deren Vorteile für das eigene Geschäftsmodell bis hin zur Energieeffizienz umzusetzen. Darum bieten wir IT-Checks an, bei denen unsere Experten die IT-Infrastruktur von Unternehmen unter die Lupe nehmen. Ist diese nicht mehr zeitgemäß, finden wir gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern maßgeschneiderte Lösungen für das Unternehmen. So entstehen zukunftsfähige Infrastrukturen, die die reibungslose Abwicklung des Tagesgeschäfts ermöglichen und Innovation fördern, anstatt sie zu hemmen.

Welche Rolle spielen produzierende Unternehmen für Rittal?

Wir verstehen uns als ein Industrieunternehmen für Industrieunternehmen. Als produzierender Betrieb nutzen wir dabei unsere eigenen Lösungen. Darum kennen wird die Herausforderungen, die der Einsatz von IT in einem solchen Umfeld mit sich bringt und lassen diese beständig in die Entwicklung unsere Produkte einfließen. Wir wissen darum aber auch sehr gut, welche Chancen der professionelle Einsatz von IT mittlerweile eröffnet. Know-how, von dem auch unsere KundInnen profitieren und das quer über alle Branchen – von Industrie bis Retail, von Finanzdienstleistern bis zum öffentlichen Dienst.

Besuchen Sie www.rittal.at/smart-industry für mehr Informationen

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