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hannes royer

Der Klimawandel wertet die Bedeutung regionaler Landwirtschaft zusätzlich auf!

Close up shot of boxes full of different kind of fresh vegetables.
Close up shot of boxes full of different kind of fresh vegetables.
iStock/vm

Hannes Royer

Land schafft Leben

Zum Erhalt von unser aller Lebensraum, zur Möglichkeit der Selbstversorgung, zur Gestaltung eines attraktiven Landschaftsbildes, spricht jetzt auch das Klimaschutzargument klar für heimische, hochwertige, bäuerliche Lebensmittel.

Unsere Bauern leisten jetzt schon Enormes, um überhaupt noch wertvolle Lebensmittel für die Bevölkerung zu erzeugen. Sie passen ihre Anbaustrategien an die veränderten Niederschlagsmuster an. Dürre aufgrund langer Wochen ohne Niederschlag und auf der anderen Seite Überschwemmungen, Hagel und Spätfröste: Das Wetter in Österreich spielt zusehends verrückt. Das macht unseren Bauern viel Kopfzerbrechen. Mehr noch als bisher achten sie deshalb auf das sensible Ökosystem Boden. Gesunde Böden haben eine bessere Wasserspeicherfähigkeit, lassen die Wurzeln der Pflanzen leichter in tiefe, noch feuchte Schichten vordringen und werden bei sintflutartigen Regenfällen nicht so leicht weggeschwemmt.

Standortgerechte Landwirtschaft ist eine Lösung

Hannes Royer

Wald als Klima-Kapital

Gesunde, fruchtbare Böden binden darüber hinaus gewaltige Mengen CO2 dauerhaft in Form von Humus. Humusaufbau lautet denn auch eine der erfolgversprechendsten Maßnahmen, um der Atmosphäre aktiv CO2 zu entziehen. Die Landwirtschaft ist damit der einzige Wirtschaftszweig, der nicht nur Emissionen vermeiden, sondern diese durch optimale Bodenpflege und Waldbewirtschaftung wieder einfangen kann. In Wald und Wiese liegt so gesehen unheimliches Kapital für den Kampf gegen den Klimakollaps. Natürlich auch im Acker.

Regionale Lebensmittel schützen das Klima

Unsere Bauern haben diesen Kampf längst aufgenommen. Wir KonsumentInnen können sie dabei nach Kräften unterstützen. Durch den Kauf heimischer Lebensmittel ermöglichen wir unseren Bauern ihren aktiven Beitrag zu einer Reduktion bzw. sogar Rückbindung von CO2. Und zugleich entscheiden wir uns für Produkte, die nicht durch die ganze Welt transportiert werden. So gesehen erfahren die regionale Lebensmittelproduktion und der Konsum ihrer Produkte noch eine zusätzliche Klimaschutz-Dimension. Das ist keine bloße Behauptung, sondern wird durch den internationalen Vergleich belegt. Österreichische Kühe, Schweine und Hühner tragen nachweislich die kleinsten CO2-Rucksäcke innerhalb der EU. Das hängt damit zusammen, dass die Milch- und Geflügelbranche auf gentechnikfreie Futtermittel setzen und deshalb kein Soja aus Übersee an ihre Tiere verfüttern. Auch Österreichs Schweine fressen hauptsächlich Futter, das hierzulande wächst und nicht wie in anderen Ländern aus aller Welt importiert wird.

Tierhaltung als Schlüssel zur Lösung der Klimakrise

Auch wenn es in Medien oft anders dargestellt wird: Die Landwirtschaft und hier vor allem auch die Tierhaltung sind nicht Teil des Problems, sondern jetzt schon einer der wichtigsten Schlüssel zur Lösung der Klimakrise: eine Landwirtschaft, die so weit wie möglich auf regionale Kreisläufe setzt. Das wird sie zukünftig noch stärker als bisher tun, mit dem Klimaschutzargument als Ansporn. Ja, die Landwirtschaft emittiert auch Treibausgase. Landmaschinen, Düngemittel und die wiederkäuenden Kühe fallen hier ins Gewicht. Rund 10 Prozent der bundesweiten Emissionen gehen laut Bundesumweltamt auf das Konto der Landwirtschaft. Dafür ernährt sie aber zu fast 100 Prozent die Bevölkerung. Auch konnte die Landwirtschaft ihre Emissionen in den letzten dreißig Jahren um 13 Prozent reduzieren, während beispielsweise jene des Verkehrs im selben Zeitraum um 72 Prozent gestiegen sind.

Gegen Kühe als Klimasünder

Lassen wir uns also nicht von Slogans der Autoindustrie verunsichern, die Kühe gern als die eigentlichen Klimasünder darstellen. Kühe liefern uns wertvollste Lebensmittel aus für uns nicht nutzbarem Grasland, dessen Böden zudem besonders viel CO2 aufgrund des hohen Humusgehalts speichern. Kühe haben den Lebensraum für uns unsere Gäste seit Generationen mitgestaltet. Der „Lebensraum“ eines Autos aber sind lärmende Straßen und bereits seine Herstellung setzte Unmengen an Treibhausgasen frei.

Für Österreichs Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion liegen im Klimawandel eine historische Chance und eine Herkulesaufgabe zugleich. Lassen wir alle sie dabei nicht im leider immer öfter ausbleibenden oder aber übermäßigen Regen stehen!

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