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Zukunft Biolandbau

Der landwirtschaftliche Trend heißt BIO

Women pushing the wheelbarrow full of pumpkins
Women pushing the wheelbarrow full of pumpkins
iStock/CasarsaGuru

In Österreich wird immer mehr der landwirtschaftlichen Fläche biologisch bewirtschaftet – im Jahr 2018 waren es bereits 25 Prozent. Das heißt, jeder vierte Hektar Landwirtschaftsfläche ist „bio“ – Tendenz klar steigend.

Ein Blick in die heimischen Supermarktregale lässt es erahnen: Biologische Lebensmittel kommen bei den KonsumentInnen gut an. Für viele kleine und mittelgroße Landwirtschaftsbetriebe ist deshalb das Prädikat „bio“ die Voraussetzung zur Erhaltung der Lebensgrundlage und damit eine Motivation, auf biologische Landwirtschaft zu setzen. So ist es auch für Ferdinand Kaltenhauser, Biobergbauer aus Niedernsill in Salzburg: „Die Wirtschaftsweise im Einklang mit der Natur war bei uns schon seit Generationen selbstverständlich. Die Entscheidung, Investitionen zu tätigen und in puncto Heumilch auf „bio“ umzustellen war schnell getroffen, da wir durch die Produktion von Qualitäts- und Nischenprodukten unseren Betrieb erhalten können.”

„Bio” steht für Qualität und Regionalität

Der steigende Erfolg gibt der heimischen Biolandwirtschaft, auf Qualität und Regionalität zu setzen, Recht. Sowohl steigende Absatzzahlen in Österreichs Supermärkten als auch die immer bessere Direktvermarktung durch die Produzenten selbst sprechen eindeutig für die Beliebtheit heimischer Bioprodukte. Auch Kaltenhauser sieht in der Direktvermarktung eine große Chance – für sich und die KonsumentInnen: „Bei uns gehen die nächsten Schritte in Richtung Direktvermarktung.

In Gemeinschaft mit heimischen Biobauern wollen wir einen Hofladen eröffnen, um so näher am KonsumentInnen zu sein und ihnen lange Einkaufswege zu ersparen. Dabei wollen wir durch Kooperation mit anderen Biobetrieben unsere Produktpalette so groß wie möglich gestalten.” Nicht unterschätzt werden sollte dabei in jedem Fall die Bürokratie, die jeder Schritt in Richtung Direktvermarktung mit sich bringt. Ein Aufwand der sich, so ist Kaltenhauser überzeugt, aber langfristig auszahlen kann: „Es ist ein gutes Gefühl, etwas zu produzieren, das bei den KonsumentInnen einen guten Absatz findet. Somit können Wertschätzung und Wertschöpfung in Einklang gebracht werden.”

 Die Umstellung braucht Zeit und setzt einiges voraus

Langfristigkeit ist mit dem Thema „bio” ohnehin eng verknüpft. Denn ein Biobetrieb entsteht nicht von heute auf morgen. Um ein solcher werden zu können, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, sowohl auf persönlicher als auch auf betrieblicher Ebene. Wichtige Voraussetzungen sind, unter anderem, einerseits die Grundlagen der biologischen Wirtschaftsweise im Einklang mit der Natur und andererseits die Bereitschaft, Neues zu erlernen und alte Gewohnheiten hinter sich zu lassen. Das bestätigt auch Kaltenhauser: „Mit Veränderungen im Betrieb muss gerechnet werden.

Aber Erneuerungen und Investitionen in die Zukunft können unsere sehr kleine Struktur der Landwirtschaft im Berggebiet erhalten.” Dazu kommt noch die Umstellungszeit. Erst nach Ablauf dieser dürfen landwirtschaftliche Erzeugnisse als biologisch vermarktet werden. Bei pflanzlichen Flächen beträgt diese Umstellungszeit mindestens zwei Jahre, auch tierische Produkte gelten frühestens 24 Monate nach Kontrollvertragsabschluss als Bio-Produkte. Bei Betrieben mit Tierhaltung ist ein Umstieg auf „bio“ zudem erst dann vollzogen, wenn alle notwendigen Umbaumaßnahmen bei der Tierhaltung abgeschlossen sind.

„Bio” erfordert strenge Richtlinien

Die lange Umstellungsdauer lässt sich auch auf die strengen Richtlinien zurückführen, denen Biobetriebe zu folgen haben. Diese umfassen neben den Produktionsrichtlinien bei Pflanzenbau und Tierhaltung auch sehr genaue Vorgaben für Düngung. Hier muss beispielsweise genau darauf geachtet werden, welche Mittel eingesetzt werden dürfen und in welchem Umfang. Da die Richtlinien auch immer wieder geändert werden, müssen BiolandwirtInnen ständig „up to date” sein. Dass diese und ähnliche Herausforderungen in der Biolandwirtschaft groß sind, weiß Ferdinand Kaltenhauser nur zu gut, aber er ist von seinem Weg überzeugt: „Ein Stück Land zu besitzen hat einen hohen Wert, und es zu bewirtschaften, ist mit sehr großen Herausforderungen verbunden. Aber wir glauben, dass wir mit unserem Konzept eine Lebensgrundlage für weitere Generationen schaffen, um eine Erhaltung unserer Kultur und unserer Kulturlandschaft sicherzustellen.”


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